Sehenswürdigkeiten rund um Karpacz
Riesengebirge/Nationalpark Karkonosze
Das Riesengebirge, dessen Gebirgskamm heute die Grenze zwischen Polen und Tschechien markiert, war schon vor 150 Jahren ein beliebtes Ziel der ersten Sommerfrischler aus der Stadt. So wurden schon frühzeitig Wanderweg angelegt, um das Reich Rübezahls mit seinen Schönheiten für Besucher zu erschließen. Die mit 1.602 m höchste Erhebung des Riesengebirges, die Schneekoppe, bietet einen unvergleichlichen Blick in die Vorgebirgslandschaft des Hirschberger Tals und auf die auslaufenden Höhenzüge nach Tschechien.
Kirche Wang
Die mittelalterliche Stabholzkirche stammte ursprünglich aus Norwegen. Der preußische König Friedrich Wilhelm IV. ließ 1841 auf Initiative von Gräfin Friederike von Reden die Kirche in Brückenberg, heute Karpacz, wieder aufbauen. Die Kirche aus Kiefernholz ist reich mit Schnitzereien von Tierdarstellungen sowie Ornamenten versehen. Ein separater Laufgang um das Kirchenschiff dient zu Meditationszwecken und schützt das Kircheninnere vor Kälte.
Jelenia Góra (ehem. Hirschberg)
Die heute 85.000 Einwohner zählende Stadt ist das touristische Zentrum des Hirschberger Tals. Reich an historischen Bauwerken wie dem Rathaus, der Gnadenkirche zum Heiligen Kreuz (poln. Ko¶ció³ ¦w. Krzy¿a) oder die Bürgerhäuser am Marktplatz (poln. Plac Ratuszowy, „Rathausplatz“). Sie stammen aus der Barock- und Rokokozeit (17. und 18. Jahrhundert) und wurden jüngst saniert. Charakteristisch sind die Laubengänge an den Bürgerhäusern, die je nach Geschäft ihrer Eigentümer Kürschner-, Tuch-, Garn-, Seildreher-, Weißgerber-, Korn- und Butterlauben genannt wurden.
Jagni±tków (ehem. Agnetendorf)
16 km westlich von Karpacz schmiegt sich die kleine Ortschaft Jagni±tków in die Ausläufer des Riesengebirges. Gerhardt Hauptmann lebte mit Unterbrechungen ab 1901 bis zu seinem Tode am 6. Juni 1946 in seinem Haus Wiesenstein. Seit 2001 ist die burgähnliche Villa ein Museum und gibt Einblicke in das Leben und Wirken des Literatur-Nobelpreisträgers.
Mys³akowice (ehem. Erdmannsdorf)
Über 30 zum Teil gut erhaltene Tiroler Häuser (poln. Dom Tyrolski) schmücken das Dorf Mys³akowice 7 km nördlich von Karpacz. Sie entstanden für protestantische Exulanten aus dem Zillertal in Tirol, denen der preußische König Friedrich Wilhelm III. 1838 eine neue Heimat gab.
Das Schloss Erdmannsdorf, heute eine Schule, war ab 1831 Sommerresidenz der preußischen Könige. Seine heutige Gestalt verdankt es im Wesentlichen den Umbauten im Stil der englischen Gotik unter König Friedrich Wilhelm IV., dessen Vorstellungen ab 1840 von Friedrich August Stüler verwirklicht wurden.
Eine weitere Sehenswürdigkeit ist die katholische Pfarrkirche Herz Jesu (Ko¶ció³ pw. Naj¶wiêtszego Serca Pana Jezusa, auch Ko¶ció³ Królów Pruskich = „Kirche der preußischen Könige“ genannt), die von Karl Friedrich Schinkel entworfen wurde. Das Gotteshaus entstand 1836 bis 1838 als evangelische Kirche. Beim Umbau 1858 wurde dem Eingang ein Portikus mit ausgegrabenen altrömischen Säulen aus Pompeji hinzugefügt.
Schlösser und Herrenhäuser im Hirschberger Tal (poln. Kotlina Jeleniogórska)
Im 19. Jahrhundert zog die liebliche Landschaft am Fuße des Reisengebirges den preußischen Hochadel an, der sich hier prächtige Schlösser und Herrensitze mit herrlichen Landschaftsparks errichten ließ. Viele der Herrenhäuser sind inzwischen saniert worden und als Hotels oder Restaurants wieder der Öffentlichkeit zugänglich.
• Schloss Paulinum in Hirschberg (poln. Jelenia Góra), edles Hotel und Restaurant auf einem Hausberg am südlichen Ausgang der Stadt gelegen, Blick aufs Riesengebirge
• Burgruine Kynast (pol. Chojnik), auf einem Bergsporn nahe Hermsdorf (pol. Sobieszów)
• Schloss Schwarzbach (poln. Czarne) in Schwarzbach, heute ein Stadtteil von Hirschberg (poln. Jelenia Góra), kürzlich als Hotel und Restaurant neu eröffnet
• Schloss Lomnitz (£omnica) großes Schloss und Witwenschloss mit Park, jetzt Kulturzentrum und Schloss-Hotel der Familie von Küster
• Schloss Schildau (poln. Wojanów), Fürstlich Wiedsches Schloss, spätere Eigentümerin Prinzessin Luise der Niederlande, erst kürzlich neu eröffnetes Schlosshotel in unmittelbarer Nachbarschaft von Schloss Lomnitz am Flüsschen Bober gelegen
• Schloss Erdmannsdorf in Erdmannsdorf (pol. Mys³akowice), ehemalige Sommerresidenz der preußischen Könige, heute eine Schule, keine Besichtigung
• Schloss Arnsdorf in Arnsdorf (pol. Milków) Schloss der Grafen von Schmettau bzw. Graf Matuschka-Topolczan, jetzt Schloss-Hotel und Reiterhof
• Schloss Stonsdorf in Stonsdorf (poln. Staniszów), Heimat des „Echt Stonsdorfer“ Kräuterlikörs, heute Schlosshotel mit Parkanlage und gutem Restaurant
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